Welcher Teil der Schweiz hatte im Sommer 2026 die «heftigsten Gewitter»? Eine offizielle nationale Rangliste existiert nicht. Vergleicht man jedoch dokumentierte Grosshagel-, Starkregen- und Sturmereignisse, sticht insbesondere der Jura hervor. Am 16. Juli wurde entlang einer Spur von Saulcy und St-Brais über Les Breuleux bis Asuel Grosshagel dokumentiert. Am selben Tag traten in der Nordostschweiz Downbursts, Hagel und Sturzfluten zwischen dem Raum Zürich, Winterthur und Frauenfeld auf.
Warum gerade Jura und Voralpen anfällig sind
MeteoSchweiz bezeichnet Jura und Voralpen klimatologisch als besonders hagelgefährdete Regionen. Das hat mit der Topografie und der häufigen Zufuhr feuchtwarmer Luft zu tun. Wird solche Luft aus Südwesten herangeführt und trifft gleichzeitig auf stärkere Höhenwinde, können Gewitterzellen organisiert werden. Hebung an Jura und Voralpen erleichtert zusätzlich die Auslösung.
Die Zutaten für Grosshagel
Für grosse Hagelkörner braucht es starke Aufwinde. Sie halten Eispartikel lange genug in der Gewitterwolke, damit diese mehrfach wachsen können. Hohe Instabilität liefert den Auftrieb, Windscherung kann langlebige, rotierende Zellen begünstigen. MeteoSchweiz warnte bei einer markanten Juli-Lage vor organisiertem Gewitterzug, Hagel um 5 cm und lokalen Sturmspitzen bis 120 km/h.
Starkregen war der zweite Gefahrenfaktor
Im Nordosten zeigte sich eine andere Seite derselben feuchtlabilen Wetterlage: lokal wiederholte Gewitterzüge mit sehr hohen Niederschlagsraten. Wenn mehrere Zellen über ähnliche Gebiete ziehen, steigt die Gefahr von überlasteten Entwässerungen, überfluteten Unterführungen und kleinräumigen Sturzfluten rasch an.
Für die Einordnung gilt: Der Jura ist anhand des dokumentierten Grosshagels einer der klarsten Schweizer Hotspots des Sommers 2026. Eine amtliche «Nummer eins» gibt es nicht – die Kombination aus Hagelgrösse, Sturm und Starkregen macht die Region aber zu einem der markantesten Fälle dieses Sommers.
