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Redaktionelles Symbolbild eines stark zurückweichenden Alpengletschers mit freigelegtem Gletschervorfeld.
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Schweizer Gletscher verlieren 2026 weitere 5,5 Prozent Eis – fast ein Fünftel seit 2021 weg

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Die neuesten Messungen zeigen, wie dramatisch sich die Schweizer Gletscher inzwischen verändern. Glacier Monitoring Switzerland (GLAMOS) hat für das hydrologische Jahr 2025/2026 eine durchschnittliche Massenbilanz von −2,9 Metern Wasseräquivalent ermittelt. Hochgerechnet auf alle Schweizer Gletscher gingen damit innerhalb nur eines Jahres 5,5 Prozent des noch vorhandenen Eisvolumens verloren. Nur das Extremjahr 2022 war schweizweit noch geringfügig schlechter.

Besonders alarmierend ist die Geschwindigkeit des Rückgangs. Laut GLAMOS waren die Schmelzraten von 2022 bis 2026 mehr als doppelt so hoch wie in jeder zuvor beobachteten Fünfjahresperiode. Seit 2021 ist dadurch fast ein Fünftel des Schweizer Gletschervolumens verschwunden. Über die Dekade 2016 bis 2026 beträgt der Verlust sogar rund 27 Prozent.

Vom schneearmen Winter direkt in einen extremen Schmelzsommer

Der starke Verlust 2026 hatte mehrere Ursachen, die sich gegenseitig verstärkten. Bereits am Ende des Winters lag auf den Schweizer Gletschern im Mittel deutlich weniger Schnee als üblich. GLAMOS beziffert das Schneedefizit auf rund 25 Prozent. Damit fehlte eine wichtige Schutzschicht, die das dunklere Gletschereis normalerweise bis weit in den Sommer vor direkter Sonneneinstrahlung schützt.

Danach folgte ein aussergewöhnlich warmer Sommer. Die Monate Juni bis August waren laut MeteoSchweiz die wärmsten seit Messbeginn. Auf zahlreichen Gletschern verschwand die Winterschneedecke schon früh vollständig. Selbst an hoch gelegenen Messpunkten wurde blankes Eis freigelegt und massiv abgeschmolzen. Am Grossen Aletschgletscher, am Rhonegletscher und am Griesgletscher erreichten einzelne lokale Messstellen Rekordverluste.

Nur noch 42,6 Kubikkilometer Eis

GLAMOS schätzt das verbleibende Gletschereis in der Schweiz Ende 2026 auf rund 42,6 Kubikkilometer. Im Jahr 2000 waren es noch mehr als 30 Kubikkilometer mehr. Auch die Fläche ist massiv geschrumpft: Rund 714 Quadratkilometer sind aktuell noch vergletschert – ungefähr ein Drittel weniger als zur Jahrtausendwende.

Der Rückgang ist längst nicht nur eine Frage des Landschaftsbildes. Gletscher speichern Wasser über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Wenn ihre Fläche kleiner wird, kann trotz stärkerer Schmelze langfristig weniger Schmelzwasser freigesetzt werden. GLAMOS geht davon aus, dass der Höhepunkt der absoluten Schmelzwasserabgabe der Schweizer Gletscher wahrscheinlich bereits überschritten ist. Das wird besonders in trockenen Sommern für Wasserkraft, Landwirtschaft, Ökosysteme und Flüsse relevant.

Immer mehr kleine Gletscher verschwinden vollständig

Neben dem Volumenverlust zerfallen zahlreiche kleine Gletscher ganz. Zwischen 1973 und 2016 verschwanden in der Schweiz bereits mehr als 1000 Gletscher. Weitere rund 100 gingen zwischen 2016 und 2023 verloren. Für den Sommer 2026 liegt noch keine vollständige Inventur vor, doch GLAMOS dokumentiert bereits das vollständige Verschwinden weiterer kleiner Eisflächen.

Damit wird aus einem schleichenden Prozess ein sichtbarer Umbau der Hochalpen: neue Felsflächen, instabilere Moränen, neue Gletscherseen und veränderte Abflusswege entstehen dort, wo vor wenigen Jahrzehnten noch mächtiges Eis lag.